WordPress Backup

Sind Sie Spieler, lieben den Nervenkitzel und das Risiko und es macht Ihnen nichts aus, wochenlang umsonst zu arbeiten? Dann verzichten Sie doch einfach auf das WordPress-Backup und lassen Sie sich überraschen, was so alles passieren kann. Spaß beiseite, über die Notwendigkeit, die Daten Ihres WordPress-Internetauftritts regelmäßig zu sichern, gibt es keinen Diskussionsbedarf. WordPress-Backups sind absolute Pflicht und fester Bestandteil der Administratorarbeit. Es existieren verschiedene Methoden, wie sich Backups anlegen lassen. Für alle Methoden gilt: Mit relativ geringem Arbeitsaufwand für die Durchführung einer Sicherung lassen sich viele Stunden Arbeit und Ärger zur Wiederherstellung von verlorenen Daten sparen. Im Folgenden erhalten Sie nützliche Informationen rund um WordPress-Backups und erfahren, welche Möglichkeiten Sie haben, WordPress-Internetseiten zu sichern und wiederherzustellen.

1. Warum regelmäßige WordPress-Backups Pflicht sind

In einem WordPress-Internetauftritt oder Woocommerce-Onlineshop steckt viel Arbeit. Defekte des Webservers, Fehler bei der Administration, Probleme mit Updates und Plugins oder Hackerangriffe können diese Arbeit binnen kürzester Zeit zunichte machen. Eine Seite, die noch vor wenigen Minuten problemlos lief, ist verschwunden oder zeigt ein völlig anderes Aussehen. Passiert Ihnen das zu einem ungünstigen Moment, ist keine Zeit, lange auf Fehlersuche zu gehen. Oft ist das völlig sinnlos, da Daten unwiderruflich gelöscht oder zerstört wurden. Ein Backup ist in diesem Fall Ihre Lebensversicherung. Die Sicherung gestattet es Ihnen, Ihre Webseite schnell wieder auf den alten Stand zu bringen.

Leider bietet WordPress in der Grundinstallation keine eigene Backup-Routine, um Inhalte, Designs oder Plugins vollständig zu sichern. Die integrierte Exportfunktion sichert lediglich Seiten, Beiträge, Kommentare, Schlagwörter, Kategorien und benutzerdefinierte Felder. Mit einer solchen Exportdatei ist eine WordPress-Webseite nicht vollständig wiederherstellbar. Regelmäßige WordPress-Backups sind aus diesem Grund für jeden Administrator einer Webseite Pflicht.

1.1 Ständige Hackerangriffe auf WordPress

Immer wieder sind WordPress-Installationen von Hackerangriffen betroffen. Es werden Passwörter oder Daten gestohlen, Inhalte von Seiten verschlüsselt oder gelöscht, Werbeinhalte platziert oder unerwünschte Skripte und Plugins untergeschoben. In gewisser Weise ist WordPress ein Opfer des eigenen Erfolgs. Da circa ein Drittel aller im Internet veröffentlichten Seiten auf WordPress basieren, konzentriert sich die Hackerszene gezielt auf dieses Content Management System. Die Wahrscheinlichkeit unter den Millionen WordPress-Installationen Seiten zu finden, die nicht korrekt gesichert oder auf dem aktuellsten Security-Level sind, ist am höchsten. Sicherheitsexperten wie die Spezialisten von Wordfence verzeichneten beispielsweise 2017 bis zu 14,1 Millionen Angriffe auf circa 190.000 verschiedene WordPress-Installationen innerhalb einer einzigen Stunde. (Quelle: https://www.wordfence.com/blog/2017/12/aggressive-brute-force-wordpress-attack/). Meist wird versucht, mit roher Gewalt einzubrechen, indem Usernamen und Passwörter ausprobiert werden. Darüber hinaus existieren fortgeschrittenere Einbruchsmethoden, die auf nicht aktuelle, mit Schwachstellen versehene WordPress-Installationen oder die Nutzung unsicherer Plugins abzielen.

1.2 Fehlerhafte Funktion nach Updates oder Plugin-Installationen

Ein weiterer Grund für die Notwendigkeit von Backups sind Probleme nach Updates oder Plugin-Installationen. Läuft dabei etwas schief oder wurde eine schlecht programmiertes Plugin installiert, ist die WordPress-Webseite im Extremfall nicht mehr nutzbar. Mit einem Backup ist der alte Stand schnell wiederhergestellt.

1.3 Veränderte Inhalte oder Designs wiederherstellen

Manchmal sind es die Administratoren selbst, die durch Bedienungsfehler oder aus Unachtsamkeit Dateien löschen, Designs verändern oder Inhalte modifizieren. Dies kann über einen längeren Zeitraum unbemerkt bleiben. Wird der Fehler erst später erkannt, ist es schwer nachvollziehbar, was schief gelaufen ist. Ein Backup spart aufwendige Recherchen und bringt alle Daten oder Inhalte wieder zurück.

2. Was ist ein Backup?

Ein Backup ist eine Datensicherung, die alle Informationen enthält, um eine WordPress-Webseite wieder vollständig herzustellen. In diesem Zusammenhang ist es wichtig zu wissen, dass WordPress Informationen auf unterschiedliche Art speichert. Bestimmte Daten sind als Dateien in einem Webserver-Verzeichnis abgelegt. Andere Informationen befinden sich in einer MySQL-Datenbank des Webservers. Nur wer beide Quellen berücksichtigt, hat sämtliche Informationen gesichert. Ein WordPress-Backup besteht immer aus den WordPress-Dateien des Webservers und einem Komplettauszug der WordPress-Datenbank.

2.1 Was lässt sich mit einem Backup alles sichern?

Ein korrekt durchgeführtes Backup enthält alle Informationen einer WordPress-Installation inklusive Plugins wie Woocommerce. Dazu gehören unter anderem:

• die WordPress-Dateien selbst
• die einzelnen Internetseiten mit ihren Inhalten
• die Beiträge und Kommentare
• die Dateien, Einstellungen und Inhalte der Plugins
• die Themes und das Design des Internetauftritts
• die angelegten Benutzer inklusive Passwörter
• sämtliche Uploads und direkt integrierte Inhalte wie Bilder oder Videos
• alle Meta-Daten

3. Die unterschiedlichen Möglichkeiten ein WordPress-Backup durchzuführen

Für WordPress-Backups gilt: Viele Wege führen nach Rom. Ihnen stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung, die Daten zu sichern. Das reicht von der manuellen Sicherung über automatische Backups per Plugins bis zu Sicherung durch den Hoster oder eine beauftragten Agentur.

3.1 Manuelle Sicherung direkt im Hosting-Paket

Bei der manuellen Sicherung sind mehrere Aufgaben zu erledigen. Sie benötigen einen FTP-Zugang zum Webserver, ein Datenbank-Tool des Webhosters wie phpMyAdmin und ein FTP-Programm wie FileZilla auf Ihrem Rechner. Zunächst sind die WordPress-Dateien zu sichern. Hierfür verbinden Sie sich per FTP mit dem Webspace des Servers und laden sämtliche Dateien der Webseite inklusive ihrer Verzeichnisstruktur auf Ihren Rechner herunter. Die Daten können Sie auf der eigenen Festplatte oder alternativ auf einem externen Datenträger beziehungsweise in einer Cloud speichern. Die gesicherten Dateien enthalten alle WordPress-Dateien, Themes, Plugins und Uploads.

Im nächsten Schritt starten Sie das Datenbank-Tool Ihres Webhosters. Es zeigt Ihnen alle Ihre Datenbanken. Wählen Sie Ihre WordPress-Datenbank und starten Sie über die Funktionen “Verwalten” und “Exportieren” einen Datenbankauszug. Der Datenbankauszug lässt sich auf einem lokalen Speicher, auf dem Webserver selbst oder in der Cloud sichern. Wer programmiertechnisch fit ist, kann die manuelle Sicherung der WordPress-Dateien und den Datenbank-Dump über ein Skript automatisieren.

3.2 Backup durch den Provider

Viele Webhosting-Provider bieten eigene Backup-Funktionen. Sie sichern in bestimmten Abständen den Webspace und die verwendeten Datenbanken selbst. Allerdings besteht in vielen Fällen keine Möglichkeit, die Sicherungszeitpunkte zu bestimmen. Unter Umständen muss beim Wiederherstellen eine Sicherung eingespielt werden, die schon eine Woche alt oder noch älter ist. Sie sind beim Rücksichern auf Ihren Provider angewiesen und müssen warten, bis er diese Arbeit für Sie erledigt. Oft beinhalten die Sicherungen den kompletten Account eines Kunden. Betreibt er mehrere WordPress-Installationen, sind alle Daten gesichert. Leider ist es nicht immer möglich, einzelne Datenbanken oder WordPress-Installationen zurückzuspielen.

3.3 Backup mithilfe eines Backup-Plugins

Sehr beliebt für Backup-Aufgaben sind Plugins. Sie erstellen Sicherungen auf Knopfdruck oder automatisieren die Backups vollständig. Es existieren zahlreiche kostenlose oder kostenpflichtige Backup-Plugins mit unterschiedlichem Funktionsumfang. Häufig genutzte Plugins sind beispielsweise BackWPup oder BackupWordPress. Die Plugins übernehmen die Sicherung der WordPress-Dateien und der Datenbank. Sie lassen sich schnell installieren und sind im Vergleich zur manuellen Sicherung einfach zu bedienen. Die Steuerung der Sicherungsaufgaben findet vollständig über das WordPress-Backend statt. Mit FTP-Programmen oder Datenbank-Tools müssen Sie sich nicht herumschlagen. Abhängig vom verwendeten Plugin lassen sich die gesicherten Daten auf dem Webserver, auf dem eigenen Rechner oder auf einem Cloud-Speicher wie Dropbox ablegen. Sie entscheiden selbst, wie viele Sicherungen Sie behalten und ab wann das Plugin beginnt, alte Sicherungen zu löschen. Verwenden Sie automatisierte Backups, sichert das Plugin ohne Ihr weiteres Zutun regelmäßig, beispielsweise täglich, Ihre WordPress-Installation. In den meisten Fällen lässt sich steuern, zu welcher Uhrzeit das Backup durchgeführt wird. Sie schonen die Ressourcen des Webservers, indem Sie das Backup in die Nachtstunden verlegen. War ein Backup erfolgreich, informiert Sie das Plugin beispielsweise per E-Mail.

3.4 WordPress-Backups als Dienstleistung einer Agentur

Haben Sie keine Zeit oder Lust, sich selbst um regelmäßige Sicherungen zu kümmern, übertragen Sie diese Aufgabe einfach einer Agentur. In diesem Fall haben Sie keinerlei Arbeit mit den Backups, Sie erhalten quasi ein Rundum-Sorglos-Paket. Teilen Sie der Agentur mit, was, wann, wie oft und wo gesichert werden soll. Die Profis der Agentur erledigen alles Weitere. Nachteil ist, dass Sie für diese Dienstleistung zu zahlen haben.

4. Wie lassen sich die Daten wiederherstellen?

Wessen Webseite es erwischt hat, kann sich glücklich schätzen, ein Backup zu haben. Je nach Durchführungsmethode des Backups sind die Daten schnell wiederhergestellt. Im besten Fall sind nur wenige Klicks notwendig und der Internetauftritt oder der Woocommerce-Onlineshop funktioniert nach wenigen Minuten wieder wie gewohnt.

4.1 Wiederherstellung nach einem manuellen Backup

Beim Wiederherstellen eines manuellen Backups sind mehrere Schritte zu durchlaufen. Zunächst ist die Datenbank auf den ursprünglichen Stand zu bringen. Starten Sie das Datenbank-Tool Ihres Providers und importieren Sie Ihren gesicherten Datenbank-Dump. War der Vorgang erfolgreich, erhalten Sie eine Meldung. Im zweiten Schritt spielen Sie die Daten der Sicherung per FTP auf Ihren Webserver. Die dort eventuell vorhandenen Ordner und Dateien sind zu überspielen. Je nach Größe der gesicherten Daten und Bandbreite der Internetgeschwindigkeit dauert dies von wenigen Sekunden bis mehreren Stunden. Anschließend sollte Ihre Internetseite wieder auf dem gewünschten Stand sein.

4.2 Wiederherstellung eines Provider-Backups

Die Wiederherstellung eines Provider-Backups erledigt der Anbieter für Sie. Teilen Sie ihm mit, dass Sie eine Wiederherstellung Ihrer Daten wünschen. Vorher ist unbedingt zu klären, von welchem Datum das Backup ist und auf welchen Stand die Internetseite gebracht wird. Unter Umständen kann es passieren, dass Ihr kompletter Account vom Backup betroffen ist und das Backup mehrere Internetauftritten wiederherstellt.

4.3 Wiederherstellung einer mit einem Backup-Plugin erstellten Sicherung

Ist Ihr WordPress-Backend nicht mehr erreichbar, ist die Wiederherstellung einer mit einem Backup-Plugin erstellten Sicherung manuell durchzuführen. Importieren Sie die Daten aus der Sicherung in Ihre Datenbank und überspielen Sie die Dateien per FTP auf Ihren Webspace. Ist das Backend noch erreichbar und funktioniert, bieten einige Backup-Plugins die Möglichkeit, die Daten direkt aus dem Plugin heraus per Klick wiederherzustellen. Es lassen sich einzelne Dateien aus dem Backup rücksichern oder bestimmte Datenbereiche in die Datenbank importieren. Nicht immer ist das zu empfehlen, da Fehler oder bösartiger Code in der WordPress-Installation eventuell erhalten bleiben. Die sauberste Lösung ist die manuelle Komplettwiederherstellung.

4.4 Wiederherstellung durch eine Agentur

Haben Sie auf ein Rundum-Sorglos-Paket mit der Datensicherung durch eine Agentur gesetzt, genügt ein Anruf, ein Ticket oder eine E-Mail an den Dienstleister. Dieser erledigt alles Notwendige, um Ihre Internetseiten wieder auf den alten Stand zu bringen. Klären Sie im Vorfeld, wie oft die Sicherungen durchgeführt werden sollen und was der Anbieter alles sichert. Nur dann sind Sie für den Ernstfall gerüstet.

5. Fazit

Spielen Sie nicht mit dem Feuer und führen Sie regelmäßig Backups Ihrer WordPress-Installation durch. Je nach Methode erfordert dies zwar einen bestimmten Aufwand, dieser ist aber auf jeden Fall geringer als eine mühsame Reparatur oder eine komplette Neuerstellung. Wichtig zu wissen ist, dass ein WordPress-Backup immer aus der Sicherung der WordPress-Dateien und dem Dump der WordPress-Datenbank zu bestehen hat. Machen Sie sich unbedingt damit vertraut, wie im Ernstfall die Wiederherstellung funktioniert. Sind Sie vorbereitet, kann Sie nichts mehr erschüttern und vielleicht schlafen Sie auch etwas ruhiger.

Jonas Rashedi

CEO